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von Gugomos, stammte aus der Linie der Herren auf Steingriff. Graf Anton war von der
unseligen Leidenschaft besessen, Güter und Herrschaftsrechte zu zerstückeln und damit zu
handeln. Im Jahre 1822 verkaufte er die Herrschaft Tagmersheim, die somit genau
hundertfünfzig Jahre der Sitz dieser Linie der Pestalozza gewesen war. Besitzer wurden
Daniel von Wohnlich und nachher die Grafen von Arco-Stepperg. Wohl die originellste und
eigenwilligste Herrin auf Tagmersheim war die sogenannte «Kurfürstin». Eine geborene
Erzherzogin von Österreich, Witwe des Kurfürsten Karl Theodor von Bayern, der den
Pestalozza die Grafenwürde erteilt hatte, war sie in zweiter Ehe mit dem Grafen von Arco auf
Stepperg und Tagmersheim vermählt. Durch Erbschaft kam das Schloß Tagmersheim 1891 an
die Grafen Moy de Sons, die es heute bewohnen.
Graf Franz Anton von Pestalozza erwarb auch noch das Klostergut Dießen am Ammersee.
Mit der Verpflanzung seiner Nachkommen auf die verschiedenen Güter hat sich das
Geschlecht in mehrere Linien aufgeteilt.
Der älteste Sohn, Graf Sigmund von Pestalozza (1819-1859), lebte als Gutsbesitzer in
Bayerdießen am Ammersee und zu St. Georgen. Er wie auch sein Sohn, Graf Hugo von
Pestalozza (1847-1907), waren gleich ihren Vorfahren Kammerherren des Königs von Bayern.
Der letztere war als Kavallerieoffizier Major im dritten Chevaux légers-Regiment geworden
und amtete als bayrischer Regierungsrat. Aus seiner Ehe mit Elisabeth von der Trenck sind
drei Töchter hervorgegangen.
Tafel 128 – Franz Anton Graf von Pestalozza, 1787-1866
Die zweite Linie wurde von Graf August von Pestalozza (1820-1873) und seiner Gattin,
Veronica geb. Freiin Müller von Gradenegg, begründet. Der Sitz dieser Familie war das
Schloß Marloffstein bei Erlangen. Die mit dem Kammerjunker und Rechtsanwalt Moritz
Freiherr von Müller verheiratete Tochter wie auch der Sohn, Anton Graf Pestalozza (1853-
1890) in München, waren gute Bekannte des Dr. Emil Pestalozzi-Pfyffer aus Zürich. Zwei
Töchter aus dieser Linie, die Gräfinnen Sophie und Josepha (1855-1918), waren Stiftsdamen
zu St.Anna in München. Der Enkel, Graf Anton von Pestalozza (1877-1938), hatte eine Zeitlang
als Domänendirektor in Isny geamtet. Ein begabter Jurist, ließ er sich in München nieder und
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