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das vom Herzog Leopold von Lothringen über diese Krankheit konsultiert worden war. Zum
Dank erhielt Pestalozzi vom Herzog von Lothringen ein Geschenk in Form eines silbernen
Schiffes mit dem herzoglichen Wappen. Die Akademie von Bordeaux hatte die Preisfrage
ausgeschrieben:
Ist die Pest ansteckend? («La peste est-elle contagieuse?»). Darauf ließ Pestalozzi das Werk
erscheinen «Dissertation sur la cause et la nature de la peste» (Bordeaux 1722), für das er den
Preis der Akademie erhielt. Er hatte die Ansteckung bejaht und sich vor der späteren
wissenschaftlichen Erkenntnis als gründlicher Forscher erwiesen. Seine Ansicht wurde
allerdings von anderen damaligen Medizinern bekämpft und kritisiert. Weitere «Opuscules
sur la peste» ließ Pestalozzi 1723 im Druck erscheinen. Die königliche Gesellschaft von
Montpellier ernannte ihn zum korrespondierenden Mitglied.
Jéròme Jean Pestalozzi hatte im Jahre 1700 mit Charlotte Dupré seinen Hausstand gegründet
und wohnte an der Place St. Pierre. Pestalozzi war seiner neuen Heimatstadt sehr anhänglich.
Die Regierung wollte ihn unter verlockenden Angeboten in die Provence versetzen, aber
seine Uneigennützigkeit ließ ihn verzichten, und der Marschall de Villeroy, der königliche
Statthalter in Lyon, half ihm, daß er bleiben konnte. Als der Parlamentspräsident der
Dauphiné ihm eine erhebliche Pension anbot, um ihn nach Grenoble zu ziehen, erteilte ihm
Pestalozzi ebenfalls eine Absage. Mit den Jahren wurde er, trotz einer robusten Konstitution,
durch seine unermüdliche Arbeit als Arzt und Gelehrter in seiner Gesundheit geschwächt. Er
hatte vorausgesagt, daß er seiner Frau einmal im Tod unmittelbar folgen werde. So geschah
es auch. Als nach zweiundvierzigjähriger Ehe seine Gattin starb, folgte er ihr nach kurzem
am 26.April 1742
590
.
Sein Platz als Arzt und Wissenschafter wurde in würdiger Weise von seinem ältesten Sohn,
Antoine-Joseph Pestalozzi (a 1703, ? 1779), eingenommen. Er hatte an der ber
ühmten
medizinischen Fakultät zu Montpellier studiert. Dann diente er wie sein Großvater als
Militärarzt bei der französischen Armee in Italien (1733), um hernach die frühere Stelle seines
Vaters als Spitalarzt in Lyon anzutreten und dessen Praxis an der Place St. Pierre
weiterzuführen. Auch er wurde in die Akademie der Wissenschaften von Lyon
aufgenommen (1751), wo er Vorlesungen hielt. Im Jahre 1769 war er Doyen des College de
Médecine in Lyon und damit Vorsitzender der «Nobles Docteurs Médecins, Conseillers du
Roy et Professeurs agrégés au Collège de Médecine». Er war überdies Mitglied der
königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Montpellier. 
An wissenschaftlicher Anerkennung hat es auch ihm nicht gefehlt. Er hat sein Interesse einem
damals neuen Gebiet der Naturwissenschaft zugewendet, der Elektrizität, worüber er einige
Schriften hinterlassen hat («Trois discours sur l‘électricité, 1751, et contre les théories de
Garnier»). Auch eine Abhandlung «sur l‘architecture du corps humain» hat ihn zum
Verfasser
591
.
Von den Schwestern dieses Arztes heiratete die eine, Marguerite-Louise-Françoise, den Noble
                                                
590
Jaques Pernetti, Recherches pour servir à l‘histoire de Lyon ou Les Lyonnais dignes de mémoire, Lyon
1757, Bd. II, S.310. J.J. Pestalossi, Avis de précaution contre la maladie contagieuse de Marseille, Lyon 1712.
Biographie universelle (Michaud), Bd. XXXII, Paris et Leipzig. Firmin Didot Frères et Dr. Hoefer, Nouvelle
Biographie générale, Bd. 39, Paris 1865. Catalogue général des Manuscrits des Bibliothèques publiques de
France, 1898 (Manuscrits de la Bibliothèque du Palais des Arts à Lyon, Nr.22 1, 222, 226, 227, 229).
591
Almanach de la Ville de Lyon, pour l‘Année 1769, éd. Aimé de la Roche, Lyon 1769, 5. 155, 163, 179.
Catalogue général des Manuscrits des Bibliothèques publiques de France, 1898 (Manuscrits de la
Bibliothèque de Lyon, Fonds Coste 1131).
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