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Schweizer Geschichte finden sich viele Notizen, die dieser aus dem Archiv der Pestalozzi in
Paris entnommen hatte
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.
Die flucht König Ludwigs XVI.
Die nächste Generation sah das französische Königtum der Revolution zuwandeln, sah die
glänzende, elegante Aristokratie und ihr stolzes Zeitalter dem Untergang entgegenfahren.
1789 hatte das Volk von Paris die Bastille gestürmt, war der Pöbel nach Versailles gezogen
und hatte den König Ludwig XVI. und die Königin Marie-Antoinette gezwungen, nach der
Stadt überzusiedeln. Im folgenden Jahre waren alle Adelstitel abgeschafft worden. Am l4.Juli
1790 war das Föderationsfest aller Stände auf dem Marsfeld gefeiert worden. Schon hatte die
Emigration des Adels begonnen. Der König, obwohl formell noch Monarch, war der
Gefangene der Nationalgarde und des Pöbels in Paris. Da bereiteten gute Freunde für ihn
und die königliche Familie einen Fluchtplan vor. Die Absicht war, ihn heimlich aus Paris
fortzuleiten und ihn in der Festung Monmédy von königstreu gebliebenen Truppen erwarten
zu lassen. Etwa bis zum halben Weg, bis Châlons, sollte General Bouillé
Kavallerieabteilungen aufstellen, die, falls irgend etwas mißlänge, den König befreien
könnten. Es war ein komplizierter Plan, der durch mancherlei Umstände immer wieder
erschwert wurde. Es mußte eine besonders große Kutsche beschafft werden, da die
Königsfamilie seltsamerweise im gleichen Wagen mit einigen, offenbar unentbehrlichen,
Bedienungspersonen reisen wollte. Die Reise mußte, als schließlich alles bereit schien,
nochmals um einen Tag verschoben werden. Und endlich in der Nacht des 20.Juni 1791, als
tatsächlich alles bereit und die königliche Familie einzeln aus dem Schloß geschmuggelt war,
gingen Stunden verloren, bis der Weg durch das Gassengewirr von Paris gefunden war, denn
die vornehmen Führer und Freunde waren nie ohne Kutscher durch diese Stadt gegangen!
Trotzdem glückte die Fahrt bis Chàlons. Dort aber wurde der König erkannt. Das hätte nicht
viel geschadet, wenn an der nächsten Station, in Ste-Ménéhould oder in Varennes, die
Husaren des Generals Bouillé bereitgestanden hätten. Diese aber waren
verhängnisvollerweise nicht mehr dort. Nachdem sie mehr als vierundzwanzig Stunden
vergeblich gewartet hatten, waren sie außerhalb der Städte zurückgezogen worden, da ihre
Anwesenheit zu großes Aufsehen erregte. In Varennes war inzwischen das Volk und die
Nationalgarde alarmiert worden. Bei ihrer Ankunft wurde die königliche Familie angehalten.
Aber auch jetzt wäre es nicht zu spät gewesen, wenn der König sich zu einem mutigen
Entschluß hätte aufraffen können. Der Herzog von Choiseul hätte eine Abteilung der
Husaren heranziehen können. Er schlug dem König vor, mit seiner Familie ein paar
Husarenpferde zu besteigen, er wollte ihn dann aus der Menge heraushauen. Doch für dieses
Husarenstück war Ludwig XVI. nicht zu haben. Er zauderte und zögerte. Die Abgesandten
des Konvents erhielten dadurch die nötige Frist, ihn einzuholen. So wurde er nach Paris
zurückgeführt, dem Schicksal entgegen, das die Geschichte nicht nur seiner Krone, sondern
auch ihm persönlich, seiner Königin und seinen Kindern vorbehalten hatte. - Als endlich der
Herzog von Choiseul eine größere Abteilung Husaren zusammengezogen und nach
Varennes geführt hatte, war die traurige königliche Eskorte schon fort auf dem Weg nach
Paris und das Schicksal nicht mehr zu wenden.
Eine der Husaren-Schwadronen meldete sich nach dieser mißlungenen Aktion bei ihrem
Regimentskommandanten zurück, der zutiefst enttäuscht war; denn er war dem König und
                                                
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Kantonsbibliothek Aarau, Zurlauben, Stemmatographia Helvetica (Manuskript), Bd. VIII, S. 276, 278, 280,
288, 293, Bd. XVI, S. 554,
556.
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