Ein heraldisch hübscheres zusammengesetztes Wappen ist durch das Freiherrendiplom
Kaiser Karls VI. vom 27.Februar 1717 für Carl Octavio Pestalozzi in Wien und seine Brüder
geschaffen worden. Im gevierten Schild zeigt Feld eins und vier das Stammwappen, aber mit
gekröntem Löwen, Feld zwei und drei die schwarzen Adlerflügel in Gold.
Ein blauer Herzschild enthält den aufrechten, gekrönten goldenen Löwen mit zwei silbernen
Schlüsseln. Auch dieses Wappen hat drei gekrönte Spangenhelme. Der mittlere ist mit dem
wachsenden gekrönten goldenen Löwen, der einen silbernen Schlüssel hält, geziert, während
die beiden äußeren einen geschlossenen Flug aufweisen, bei dem je der rechte Flügel
schwarz, der linke blau ist und alle mit zwei goldenen Querbalken belegt sind.
Ein ähnliches Siegel gebrauchte um 1750 Bürgermeister Herkules von Pestalozza (1695 bis
1768) als «Ältester beider Familien zu Chur und Tagmersheim».
Im gevierten Feld erscheint in eins und vier der gekrönte schreitende Löwe einwärtsgekehrt,
in zwei und drei die Adlerflügel. Der Herzschild fehlt. Der Schild trägt nur einen Helm
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Als Weiterentwicklung des gespaltenen Wappens des Paulus Pestalozza de Luna von 1615
erscheint das Wappen, das die letzten Pestalozzi in Chiavenna führten (St. 17).
Auch diese entstammten der Linie «de Luna». Ihr Vorfahr Hauptmann Octavius ist im
Portikus von San Lorenzo noch mit dem einfachen Stammwappen verewigt (1657). Das seit
dem Ende des 18.Jahrhunderts geführte Wappen ist quergeteilt, die obere Hälfte gespalten.
Sie zeigt links die Adlerflügel, rechts den gekrönten Löwen mit zwei Schlüsseln, ohne
Querbalken.
Die Querbalken sind dadurch ersetzt, daß die untere Schildhälfte sechsmal von Rot und
Silber quergestreift ist. Diese Darstellung des Wappens geht zweifellos zurück auf die
Adelsbestätigung vom 28.Januar 1817 für Paolo Antonio Pestalozzi in Chiavenna.
Das Wappen ist abgebildet auf dem Porträt seines Sohnes, des Richters und Deputaten
Rodolfo Pestalozzi (1772-1849). Es wird heute von seinen Nachkommen geführt
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Durch viele würdige Träger ist das Wappen in seiner ursprünglichen oder in
zusammengesetzter Form in Ehren gehalten worden.
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Familienarchiv Zürich, I B, Bl. 32. Rhät. Museum, Chur, Siegelsammlung, P. 19 (Hercul. v. Pestalozzi 1745-
56).
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Vittorio Spreti, Enciclopedia Storico Nobiliare Italiana, Milano 1932, Bd. V (Art. Pestalozzi).