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Augustinermönch Augustin Mainardo (1482 bis 1563) aus Saluzzo (Piemont). Hercules von
Salis hatte sich Mainardos angenommen und für den evangelischen Gottesdienst seine
Hauskapelle zur Verfügung gestellt. Die ständig wachsende Gemeinde ließ sich dann um
1560 in der Kirche San Pietro im Zentrum der Stadt nieder. Diese wurde ihr 1563 durch
obrigkeitliche Verfügung endgültig zugesprochen. Nach der späteren Vertreibung der
Evangelischen aus Chiavenna ist dann dieses alte Gotteshaus nie mehr für kirchliche Zwecke
verwendet worden. Die Familie Mascaranico schenkte um 1592 der evangelischen Gemeinde
auch die Kirche Santa Maria «al Paterino». Schließlich umfaßte die Gemeinde ungefähr einen
Drittel der Einwohnerschaft Chiavennas. Sie besaß auch eine eigene Schule im Pfarrhaus zu
San Pietro. Mainardo hielt sich in seiner Lehre an die Confessio Raetica
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.
Als 1549 ein zweitägiges Religionsgespräch in Chiavenna abgehalten wurde, beherbergte
Francesco Pestalozza die evangelischen Geistlichen. Damals haben sich zahlreiche Glieder der
Familie der Reformation angeschlossen. In den späteren Glaubensstreitigkeiten, die
besonders im Veltlin und in Chiavenna mit außerordentlicher Heftigkeit tobten, viele
Jahrzehnte lang, ist es mehrfach vorgekommen, daß Familienglieder wieder zur katholischen
Kirche übertraten, deren Väter und Großväter der evangelischen Gemeinde angehört hatten.
Doch die ganze Schärfe des Glaubenskampfes kam erst nach dem Tridentiner Konzil zum
Ausbruch, also zu einer Zeit, als der Stammvater der Zürcher Familie Pestalozzi seine frühere
Heimat längst verlassen hatte. Bis dahin erfreuten sich die Evangelischen in Chiavenna des
ausgesprochenen Wohlwollens der bündnerischen Herren. Ihre Gemeinde erhielt ihren
Anteil aus den öffentlichen Mitteln der Gemeindekasse und der katholischen Hauptkirche
San Lorenzo. Ein Beschluß des Bundestages von 1544 gestattete sogar all denen, die um des
göttlichen Wortes willen ihre Heimat verlassen hatten, sich auf bündnerischem Boden
niederzulassen.
                                                
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G.B.Crollalanza, a.a.O., S. 198 und 215. - Emil Camenisch, Geschichte der Reformation und
Gegenreformation in den italienischen Südtälern Graubündens, Chur 1950, S.24-30, 43, 47.
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