Spanien. Wenn wir die zeitgenössischen Bilder der edlen Spanier von der Hand eines El
Greco betrachten, ist der Gedanke reizvoll, daß vielleicht ihre schwarzen oder roten
Sammetgewänder aus dem Handelshause Pestalozzi in Zürich stammen
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.
Die Locarner in Zürich begegneten beim Absatz ihrer Seidenerzeugnisse erheblichen
Schwierigkeiten, besonders in Oberitalien, wo man sie als abtrünnige Auswanderer
behandelte. Sie waren daher auf den Verkauf ihrer Waren nach Frankreich angewiesen.
Anderseits konnten aber die Zollprivilegien der Eidgenossen in Frankreich nur durch
Kaufleute mit Bürgerrecht in einem der alten eidgenössischen Orte voll ausgewertet werden.
Die Gesellschafter Pestalozzi und Pebia waren bei den ersten, welche sich diese Verhältnisse
zunutze machten. Der ganze Verkehr nach Mailand und Como ging lange Zeit fast
ausschließlich durch ihre Hände, wodurch sie rasch in die Reihe der führenden Zürcher
Kaufleute aufrückten
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.
Inzwischen hatte sich die Familie Johann Anton Pestalozzis vermehrt. Anna Gessner war
allerdings schon 1571 gestorben. Und ihre sieben Kinder waren der großen
Kindersterblichkeit jener Zeit zum Opfer gefallen. In zweiter Ehe hatte Johann Anton
Pestalozzi Susanna Verzasca aus der Gemeinde der Locarner heimgeführt. Ihr Vater war der
wohlhabende Francesco Verzasca gewesen, dessen Geschlecht später in Basel weiterblühte.
Sie starb schon ein Jahr später, nach der Geburt ihres Sohnes Franziskus. Nach ihrem
Testament sollte dieser von seiner Großmutter, Frau Catharina Orella, Witwe des Francesco
Verzasca, erzogen werden.
Fünf Jahre später heiratete Johann Anton Pestalozzi die Tochter des Hauptes der vertriebenen
Locarner, des Humanisten Dr. jur. Martinus Muraltus, Magdalena von Muralt
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Magdalena von Muralt war in Locarno geboren und hatte als kleines Mädchen mit ihren
Eltern, ihrem Bruder und drei ältern Schwestern die Flucht der Reformierten aus Locarno
nach Zürich mitgemacht. Hier hatte ihr Vater, der ein wohlhabender Mann war und als
Rentner lebte, das Haus zum Mohrenkopf am Neumarkt gekauft. Die Familie vermehrte sich
in Zürich noch um drei weitere Schwestern. Ihr Bruder Ludwig von Muralt (1548-1606) zog
nach Bern, wo er die Tochter des nachmaligen Schultheißen Beat von Mülinen heiratete und
der Stammvater des Berner Geschlechtes von Muralt wurde. Der Vater Dr. Martinus von
Muralt war schon seit elf Jahren gestorben, als Johann Anton Pestalozzi Magdalena von
Muralt heimführte. Der Ehekontrakt vom 3.März 1578 zwischen Johann Anton Pestalozzi
und seiner dritten Gattin ist im Familienarchiv erhalten. Aus dieser Ehe gingen noch elf
Kinder hervor, von denen allerdings wieder sechs in zartem Alter starben.
Zwei Jahre nachdem er seine dritte Ehe eingegangen hatte, erwarb Johann Anton Pestalozzi
ein eigenes Haus. Es ist das später «zum Brünneli» genannte Gebäude, heute Froschaugasse
9, das zum Stammhaus unserer Familie in Zürich geworden ist und das zweieinhalbe
Jahrhunderte im Besitz der Familie blieb
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. Es ist ein einfaches Reihenhaus, wie damals fast
alle Häuser in der Altstadt, und durch nichts ausgezeichnet als den hübschen an seine Front
gebauten öffentlichen Brunnen, der dem Haus den Namen gab. Das Haus war 1560 von
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Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd.24, S. 197 (23.4.1579).
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Leo Weisz, Die Locarner in Zürich, in Neue Zürcher Zeitung 1934, Nr. 2259.
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Testament der Susanna Verzasca, 18.3.1573, im Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek. Ferner
Staatsarchiv Zürich, Kauf- und Gemächtsbücher B VI, Bd.317, S.76, und B VI, Bd.321, S.216. Ehevertrag mit
Magdalena von Muralt im Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek.
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A. Corrodi-Sulzer, Das Haus zum Brünneli, im Zürcher Taschenbuch 1938.