seinem damaligen Besitzer umgebaut und 1570 von Goldschmid Thomas Clauser (gest. 1598)
erworben worden. Clauser war 1567 bis 1573 Kammerer des Großmünsterstiftes und 1584 bis
1588 Schultheiß d.h. Vorsitzender des Stadtgerichtes, also eine gewichtige Persönlichkeit.
Seine Beziehung zu Pestalozzi erschöpfte sich nicht darin, daß er ihm das Haus verkaufte, er
war auch bei dem ersten im «Brünneli» geborenen Sohn, Andreas Pestaluz, am 8. November
1581, Pate.
Außer diesem Haus war Pestalozzi auch beteiligt am Hause zum Rennwegtor («Trülle»), wo
er mit Francesco Riva und Cornelio Toma 1589 die Lasten ablöste, unter anderem auch die
zweijährlichen «Güggel» für den Prädikanten zu St. Peter. Das Haus zur Trülle wurde später
von Cornelius Torna übernommen
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.
Auch in seiner alten Heimat hatte Pestalozzi noch Besitz und Rechte, wie beispielsweise
Holzrechte, bei deren Verwaltung er sich durch seinen ältesten Bruder Nicolo vertreten ließ
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.
Weiteres über seine geschäftlichen Beziehungen zu seinen Brüdern in Chiavenna erfahren
wir durch einen Zwischenfall, der sogar vor die Tagsatzung gelangte. Im Winter 159 1/92
herrschte in Oberitalien Teuerung. Pestalozzi hatte daher in Zürich «auf freiem Markt»
Getreide eingekauft. 21 Mütt ließ er durch Schiffsmeister Usteri auf dem Wasserwege
spedieren. Er wollte sie seinen Brüdern in Cleven zukommen lassen. Nicht zum
Weiterverkauf, so erklärte er nachher, sondern «für ihre Haushaltung». In Walenstadt wurde
die Sendung durch die Glarner Polizei beschlagnahmt. Diese hatte einseitig verordnet, um im
eigenen Lande Preissteigerungen wegen der Teuerung in Italien zu verhindern, daß
Transporte von Korn und Früchten nur durchgelassen werden, wenn bescheinigt werde, daß
diese inner Landes konsumiert würden. Der Zürcher Rat mußte sich ins Mittel legen. Die
Sache war von grundsätzlicher Bedeutung, da Zürich es sich nicht gefallen lassen konnte, daß
der Verkehrsweg über den Walensee durch einseitige Verordnung der Länder Schwyz oder
Glarus gesperrt wurde. Es wurde eine Konferenz der Orte Zürich, Schwyz und Glarus auf
den 20.Januar 1592 nach Schänis anberaumt. Auf das Begehren Zürichs, die angefochtenen
Verordnungen aufzuheben und den Durchgang über Weesen in die Bünde freizugeben,
wollten die beiden Orte Schwyz und Glarus nicht eingehen. Dagegen kamen sie so weit
entgegen, daß sie Zürich zu Gefallen dem Schiffsmeister Usteri, einem Nägeli und Pestalozzi
gestatteten, die beschlagnahmte Frucht abzuführen, jedoch gegen Vergütung der Kosten. Wir
sehen, schon auf den diplomatischen Konferenzen vor vierhundert Jahren fand man die
Kompromisse in der Weise, daß man auf dem grundsätzlichen Standpunkt beharrte, aber für
einzelne Begehren eine Ausnahme machte - besonders wenn eine politische Macht wie die
Republik Zürich hinter den Gesuchstellern stand!
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Johann Anton Pestalozzi stand schon hoch in den Fünfzigern, seine Söhne waren noch zu
jung, um in das Geschäft einzutreten, als er sich entschloß, um 1594, sich mit seinem jüngeren
Schwager Cornelius Toma (1566-1641) zusammenzuschließen. Die Frau Tomas, Isabella von
Muralt, war eine Schwester der Frau Magdalena Pestalozzi-von Muralt. Die Bestimmung der
gemeinsamen Firma war der Import von Seide und Baumwolle und der Export der
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Zürcher Urkundenbuch, Bd. 12, S. 279, Anm. 1, S. 202. A. S. Garnaus, Die Familie Römer von Zürich,
Zürich 1932.
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Sondrio, Archivio di Stato, Fondo Notarile, Imbreviature Notar Oldrato Vincenzo fu Antonio (1530-1564),
2.5.1562, Notar Pestalozza Pietro Antonio fu Giorgio (1577-1589), 18.3.1577.
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Eidgenössische Abschiede, BcLV, Abt. I 1, Nr. 193a (20.1.1592). - Staatsarchiv Zürich, Missiven B IV, 49,
S.38 (30.12.1591).