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Zolleinnehmer in Lugano zu versehen. Diesem mußte ins Gewissen geredet werden, daß er
niemand wider Gebühr mit Neuerungen beschweren dürfe
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.
Der Export ging in erster Linie und in größtem Ausmaß nach Lyon. Auch dort hatten die
Pestalozzi entfernte Vettern gefunden, denen sie ihre Vertretung anvertrauen konnten - und
diesmal mit mehr Erfolg! Verschiedene Glieder der Familie Pestalozzi hatten sich in diesem
Seidenzentrum niedergelassen. Als Vertreter der Zürcher Firma in Lyon amtete zuerst Carlo
Pestalozzi aus der Linie der Pestalozzi-Porretini, der Stammvater der einen Linie der Familie
in Frankreich. Im Jahre 1621 bestellten die Zürcher als ihren Vertreter in Lyon Giovanni
Battista Pestalozzi aus der Linie der Pestalozzi-Davosini
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.
Eine ganze Reihe von Zürcher Firmen pflegten den Handelsverkehr mit Lyon. Auch hier
machte sich das Bedürfnis nach einem regelmäßigen Botenverkehr geltend. Zuerst waren es
Hans und Georg Hess, die in Lyon eine Geschäftsniederlassung hatten und in den 1630er
Jahren einen eigenen Botendienst zu Fuß zwischen Zürich und Lyon organisierten. Dieser
Dienst wurde bald auch von andern Zürcher Fabrikanten benützt. Im Jahre 1645 schlossen
die Gebrüder Hess mit den Zürcher Handeisherren Hans Heinrich Holzhalb, Hans Conrad
Escher, Hans Jakob Locher, Heinrich Hess, Hans Rudolf Füssli, Anton Pestalutz (1589-1677),
Hans Hess, Melchior Orell und Heinrich Kitt hierüber einen Vertrag. Diese Firmen legten den
sogenannten Lyoner Fonds zusammen zur Finanzierung dieses Postdienstes
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. Gleichzeitig
wurde eine Vereinbarung mit dem Postdirektor in Lyon, Mathieu de Comte, abgeschlossen
über die Benützung der «Messagerie» zwischen Lyon und Genf. Bald wurde dieser
Postdienst weiter ausgebaut. So wurde vier Jahre später mit den St. Gallern, für deren
Leinwandindustrie der Platz Lyon ebenfalls äußerst wichtig war, der Anschluß ihres
Postverkehrs in Zürich an diese Lyoner Post vereinbart. Ein Jahrzehnt später erfolgte der
Zusammenschluß des Botenverkehrs nach Bergamo mit dieser Linie, an dem die Pestalozzi,
wie wir gesehen haben, auch maßgebend beteiligt waren. So war durch die private Initiative
einiger Zürcher Handeisherren ein regelmäßiger Postverkehr zwischen Zürich und den
Haupthandelsplätzen des Auslandes gegründet und damit das Fundament zum Zürcher
Postwesen gelegt worden. Wenig später nahm sich auch das Kaufmännische Direktorium als
staatliche Behörde dieser Organisation an.
Der Verkehr des Handeishauses Pestalozzi beschränkte sich aber von Anfang an nicht auf die
Linien nach Bergamo und Lyon. Ihr Geld- und Warenverkehr führte auch nach anderen
Handelsstädten, so nach Basel und St. Gallen. Mit St. Galler Kaufleuten waren sie in Lyon ins
Geschäft gekommen. Als dann 1636 wieder einmal eine Abwertung in Frankreich erfolgt war,
mußten sie wie auch andere Zürcher Kaufleute feststellen, daß sie von einem St. Galler Marx
Zollikofer übervorteilt worden waren, der die Abwertung früher hatte kommen sehen und
zum früheren Kurs Terminwechsel hatte ausstellen lassen, die er dann mit abgewertetem
Geld einlöste. Dieser Rechtsstreit zeigt, wie wichtig ein geschwinder und regelmäßiger
Nachrichtendienst war, und diese Erfahrung wird auch den Gedanken der Gründung der
Lyoner Post angeregt haben
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.
Andere Verbindungen führten in die deutschen Lande, nach Augsburg und Calw. Während
                                                
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Eidgenössische Abschiede, Bd.V, Abt. 112, S.1772, Nr.211 (1631).
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Staats archiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd.84, S. 229b (10.12.1621).
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Leo Weisz, Die Gründung der Zürcher Post vor 300 Jahren, in Neue Zürcher Zeitung, 30.12.1945
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Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 422, S.67 (8.12.1638); Missiven B IV, 114, S. 371 (24.9.1653); B IV, 105, S. 230
(30.11.1644); B IV, 106, S. 6 (16.1.1645); B IV, 97, S. 76 (14.7.1636); B IV, 98, S. 25 (14.9.1636).
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