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des Dreißigjährigen Krieges hatten die Zürcher allerdings Anlaß, in ihrem Schreiben an die
dortigen Behörden hinzuweisen auf die «Fehrne des wegs und unsicherheit der straßen, wie
Jr selbsten wohl bemessen könnt
75
».
Tafel 016 – Johann Anton Pestaluz-Schwyzer, 1589-1677.
Gemalt von Conrad Meyer.
Die unternehmungslustigen Kaufleute schreckten aber vor solchen Hindernissen nicht
zurück. Sie suchten den Absatz ihrer Seidenwaren in immer ferneren Handelsplätzen. 
So sendet die Firma im März 1651 z. B. zu drei Malen einen Ballen Seide unter ihrem
Handelszeichen über Straßburg, Mainz, Köln nach Holland. Dieser Export ließ sich so gut an,
daß bald danach zwei Enkel des Zürcher Stammvaters dauernd nach Amsterdam zogen.
Wie schon der Gründer der Firma, so beschränkten auch seine Söhne ihren Handel nicht auf
die Seide. Gelegentlich ließen sie in Zürich auch Leinen weben. Die eine Qualität wurde «Tela
Vitodurana vulgo Bindeli» genannt, die andere «linteum tenujor», denn der Begleitbrief
mußte auf Lateinisch ausgestellt werden. Ohne diese internationale Sprache kam damals ein
Kaufmann nicht aus. In zahlreiche Kisten verpackt und versehen mit der Handelsmarke der
Firma, wurde die Ware versandt. In den Jahren 1637 bis 1643 nahm diese Sendung dann
jeweils den Weg über den Gotthard nach Bellinzona, Mailand, Genua, von wo aus sie nach
Alicante verschifft wurde, um schließlich in Madrid abgesetzt zu werden. Ein Zeugnis mußte
der Ware mitgegeben werden, daß hierzulande keine ansteckende Krankheit wüte:
«Testamur salubrem (Dei beneficio) apud nos totoque Territorio nostro spirare auram nec
ullam pestis aut contagii luem grassari»
76
.
So hat das Handelshaus zum Brünneli unter den Erben des Johann Anthoni Pestalutz seine
Beziehungen in die weite Welt gesponnen. Als erfahrene Kaufleute haben sie es verstanden,
                                                
75
Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 440, S.65 (12.6.1643); Missiven B IV, 100, S. 182 (15.2.1639).
76
Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd. 79, S.31 (3.6. 1637); S.33 (31. 1.1638); B V, Bd.84, S.349 (26.6.
1639); BV, Bd.79, S.230 (14.1.1643).
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