Navigation bar
  Home Print document Start Previous page
 58 of 407 
Next page End 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63  

 58
dem offenen Spangenheim, der nach seiner Einteilung nur den «Adelspersonen» zukommt.
Gelegentlich wurden auch noch die Söhne und einzelne Enkel des Stammvaters mit dem
Junkertitel angesprochen und erscheinen - auch auswärts - mit dieser Standesbezeichnung.
Selbstverständlich wurden sie in italienischen Urkunden, wenn sie solche in Chiavenna oder
anderwärts aufsetzten, stets als «nobilis Dominus» aufgeführt, wie ja überhaupt die
Angehörigen des Zürcher Herrenstandes im Ausland durchwegs dem Adel gleichgestellt
wurden. In Zürich kam aber der Junkertitel nur denjenigen zu, die keinen Erwerbsberuf
ausübten. Da der Stammvater und seine Nachkommen in Zürich dem Kaufmannsstande von
Berufs wegen angehörten, verlor sich diese Titulatur bald wieder. Die Familie gehörte in
Zürich zum Herrenstande.
Tafel 018 - Pestalozzi-Keller Wappen
Dieser umfaßte außer dem eigentlichen Stadtadel, den Junkern, die wichtigen
Kaufmannsfamilien sowie die Geistlichen und Gelehrten. In der Hauptsache wurden die
Glieder derjenigen Familien als «Herren» bezeichnet, welche dem Kreise der Regierenden
oder wenigstens Regimentsfähigen angehörten. Diese Gesellschaftsklasse der aristokratischen
Stadtrepublik Zürich war im Ausland dem Adel gleichgestellt.
Den Gesellschaftskreis des Stammvaters bildeten außer den Verwandten seiner Gattinnen,
den eingewanderten Locarnern, auch die Familien, aus denen er die Taufpaten seiner Kinder
aussuchte. Die erste Generation der Pestalozzi in Zürich hatte ihre Paten in den
Junkerfamilien von Wellenberg, von Schönau, Meyer von Knonau und in den damals
politisch einflußreichsten Geschlechtern der Grebel, Holzhalb, Escher. Daneben erscheinen
auch Nachbarn aus der Brunngasse wie Schultheiß Clauser und Froschauer. Zum Kreise der
regierenden Geschlechter Keller vom Steinbock, Holzhalb, Heidegger, Rahn, Bodmer,
Schwyzer gehörten auch die Schwiegersöhne und Töchter des Stammvaters. So war die
Familie schon in der ersten in Zürich geborenen Generation fest verwurzelt und verbunden
mit dem führenden einheimischen Handeispatriziat.
Wer waren die erfolgreichen Kaufherren, die das Handeishaus «Joh. Anton Pestaluz sel.
Erben» innert wenigen Jahren zeitweise an die Spitze aller Zürcher Exportfirmen gebracht
hatten?
Der älteste Sohn des Stammvaters, der einzige Sohn der Susanna Verzasca, Franziskus (1573-
1617), hatte seine Mutter kurz nach der Geburt verloren. Nach ihrem Willen erhielt er die
erste Erziehung durch seine Großmutter, Frau Catharina Orella, die Witwe des Franziskus
Verzasca aus Locarno. Bald schon führte ihn sein Vater in das Handelsgeschäft ein. Bereits
mit sechzehn Jahren wurde er nach Italien geschickt, um die Verbindungen des Hauses
Previous page Top Next page