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von der Hoheit des Bischofs von Basel und bei der friedlichen Teilung des Landes Appenzell.
So ist es nicht zuletzt das Verdienst dieses Staatsmannes, wenn am Ende dieses Jahrhunderts
der Religionsstreitigkeiten eine fühlbare Entspannung im Gebiet der Eidgenossenschaft
eintrat, die viel dazu beitrug, die Schweiz von den Wirren des hereinbrechenden
Dreißigjährigen Krieges fern zu halten.
Doch kehren wir zu Kellers Schwiegersohn Franziskus Pestalozzi zurück. Er betätigte sich
zunächst selbständig als Seidenexporteur. Im Fiskaljahr 1599/1600 zahlte er 5 Pfund
Ausfuhrzoll für Seidenflorettgarn, im folgenden Jahr 4 Pfund
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. Von den Gebrüdern Johann
Anton und Petrus Martyr Pestalozzi in Chiavenna und Lyon wurde er zum Vertreter bestellt
in ihrem Rechtsstreit gegen ihren ungetreuen Faktor Theodor de Priaux in Zürich. Später
übernahm Franziskus mit seinen Brüdern das väterliche Geschäft.
Im Jahre 1603 bezog Franziskus Pestalozzi ein eigenes Haus an der Spiegelgasse (heute Nr.
11), das Haus zum Waldries. Es liegt am Platz gegenüber dem Haus zum Napf, wo sein Vater
die erste Kaufmannslehre gemacht hatte. Franziskus hatte das Haus zum Waldries um 1575
fi. von den Erben des Rats- und Stallherrn Bernhard Wiederkehr gekauft
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. Heute weist eine
Gedenktafel an diesem Hause darauf hin, daß zwei Jahrhunderte später größere Geister,
nämlich Johann Caspar Lavater und sein Gast Goethe, dieses Haus belebten. Franziskus
Pestalozzi konnte sich seines Hauses und seiner Familie nicht lange erfreuen. Er starb schon
im Jahre 1617. Er hinterließ drei Söhne und drei Töchter, für die sein jüngster Bruder Johann
Anton Pestalozzi Schwyzer die Vormundschaft übernahm.
In das Haus zum Waidries zog später die Schwester des Franziskus, Frau Magdalena
Holzhalb geb. Pestalozzi, mit ihrem Mann Ratsherr Diethelm Holzhalb (1579-1639). Dieser
war von Beruf ein bekannter Goldschmied, der für den venezianischen Gesandten Padavino
den bekannten «Löwen von San Marco» erstellt hat, noch heute eine Zierde des
Silberschatzes auf dem «Schneggen». Von diesem Paar ist auch ein Offletenmodel erhalten
mit dem Wappen beider Ehegatten. Die wappenfreudigen Haushaltungen bedienten sich
gern für dieses beliebte Offletengebäck ihrer eigenen Brenneisen.
Der zweite Sohn des Stammvaters, Andreas Pestaluz (1581-1646), ist der nächste gemeinsame
Ahnherr aller heute lebenden Glieder der Zürcher Familie Pestalozzi. Auch er widmete sich
dem Seidenhandel und wurde (1605) in die Zunft zur Saffran aufgenommen. Seine Frau war
Anna Heidegger, die Tochter des reichen Eisenhändlers Hans Conrad Heidegger zum Kiel.
Auch diesem Vertreter des begüterten Handeispatriziates hatten die Geschäfte die Muße
gelassen zur öffentlichen Betätigung; so war Heidegger Landvogt zu Regensberg und seit
1625 Ratsherr.
Andreas Pestaluz kaufte 1618 ebenfalls ein eigenes Haus, das Haus zum Weißen Turm
(Brunngasse 4), das eine schmale, turmartige Fassade auf der Straßenseite zeigt, das aber
erheblich tiefer und weiträumiger ist als das Stammhaus zum Brünneli. Hier wohnte er mit
seiner Familie, die im Laufe der Jahre um fünf Söhne und fünf Töchter anwuchs. Drei weitere
Kinder sind jung verstorben. Von seinen Töchtern heiratete Barbara, die älteste, den
bekannten Goldschmied und Münzwardein Hans Heinrich Müller zum kleinen Hirzen an
der Rößligasse, aus dem Geschlecht der alten, vornehmen Müller, während eine jüngere,
                                                
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Maliniak, a.a.O., S.116. - Heinrich Sieveking, Zur Zürcher Handeisgeschichte, Jahrbuch für Schweizer
Geschichte 1910, S.106.
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Paul Nussberger, Das Lavater-Haus «Zum Waldries» in Zürich, in der Neuen Zürcher Zeitung, 20.12.1955,
Nr. 3558.
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