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Dorothea, ebenfalls einen Hans Müller zur Hauen im Rennweg, jedoch aus dem Geschlecht
der Müller an der Sihl heiratete. Cleophea war mit dem Apotheker Hans Conrad Lavater
(1628-1691) vermählt, der 1653 die Lavaterapotheke im Haus zur Wannen neben dem
Elsasser errichtete. Ein späterer Nachkomme dieses Paares war der berühmte Pfarrer am St.
Peter, Johann Caspar Lavater. Die jüngste Tochter, Anna Pestaluz, vermählte sich 1662 mit
Hans Wilhelm Wolf (1638-1710). Den beiden gestattete der Rat außerhalb Zürichs bei
Landvogt Wolf im Schloß Grüningen Hochzeit zu halten, «weil viele Verwandte im Leid und
zur Ersparung der Kosten»
84
. Hans Wilhelm Wolf war einer der meist beschäftigten
Glasmaler und besaß von 1659 bis 1708 eine Art Monopol für die Standesscheiben, die
damals von der Regierung verschenkt wurden. Hans Wilhelm Wolf erstellte 1673 auch eine
Wappenscheibe mit seinem und seiner Frau quadriertem Allianzwappen, die sich im Schloß
Tarasp befindet
85
. Eine Zeitlang war er auch Landvogt zu Sax; das Ehepaar Wolf-Pestaluz,
das in Zürich im Haus zum Haspel «auf dem Rain», d.h. am Rennweg wohnte, residierte
daher 1692 bis 1697 auf Schloß Forsteck im heutigen st.gallischen Rheintal.
Andreas Pestaluz-Heidegger war Mitinhaber der Firma «Joh. Anton Pestaluz sei. Erben».
Auch er hatte persönliche Beziehungen zur alten Heimat Chiavenna. So war er in einer
Erbauseinandersetzung den Brüdern Georg und Tobias Stampa in Chiavenna behilflich. Ein
andermal vertrat er Peter und Martin Pestalozzi aus Chiavenna in einem Rechtsstreit vor dem
Zürcher Gericht
86
.
Der dritte Sohn des Stammvaters, Caspar Pestaluz (1585-1650) war unverheiratet geblieben. Er
wohnte im Hause zum Brünneli, wo sich auch das Geschäft befand. Wie die andern
Kaufleute war auch er oft im Ausland. So finden wir ihn 1631 in Enisheim, wo er Geschäfte
für seine jüngste Schwester Dorothea, die Witwe des Buchdruckerherrn Johann Jakob
Bodmer, mit so gutem Erfolg besorgte, daß der Rat von Zürich sich veranlaßt sah, der
vorderösterreichischen Regierung für die schnelle Erledigung und Rechtshilfe zu danken
87
.
Ebenfalls im Haus zum Brünneli wohnte der jüngste Sohn des Stammvaters, Johann Anton
Pestaluz-Schwyzer (1589-1677). Das Haus zum Brünneli ging bei der Teilung 1630, nach dem
Tode der Mutter Frau Magdalena Pestalozzi-von Muralt, an diesen jüngsten Sohn über.
In diesem zweiten Johann Anton tritt uns ein markanter Handeisherr entgegen, der nach dem
Tode seiner Brüder der Chef des Hauses wurde.
Er ist der erste, der sich für die Familie interessierte und uns Aufzeichnungen hinterlassen
hat. Er legte bei seiner Verheiratung mit Katharina Schwyzer, 1617, ein «Ehebüchlein» an, in
dem er alle seine Familie betreffenden Daten eintrug
88
. Das Büchlein wurde von seinem Sohn
weitergeführt. Es bildete die Grundlage für das Anno 1780 angefertigte große Familienbuch.
Seinen Familiensinn zeigte er auch darin, daß er 1653 von Conrad Meyer das postume Porträt
seines Vaters malen und auch gleichzeitig sich selbst porträtieren ließ. Nicht nur mit Würde,
sondern gelegentlich auch mit südlichem Temperament setzte er sich für seine Familie ein.
Als das Haus seines verstorbenen Schwagers - des Hauptmanns Hans Caspar Schwyzer vor
dem Rennwegtor - einer der beiden Schwestern zugeteilt werden sollte, vertrat Johann Anton
                                                
84
Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 515, S.27 (17.1.1662).
85
Anzeiger für Schweizergeschichte, 1857, S.58.
86
Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd.66, S.288 (1.12.1632); Ratsurteile B VI, 23, S.31 (21.4.1621).
87
Staatsarchiv Zürich, Missiven B IV, 91, S.226 (13.2.1631).
88
Im Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek.
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