Damit hatte er sich, nachdem er zwanzig Jahre zuvor als armer Jüngling seine alte Heimat
verlassen, eine neue gesellschaftliche Stellung geschaffen. Johann Jakob Pestaluz hatte sieben
Söhne und drei Töchter. Über deren weiteres Schicksal ist nicht viel bekannt. Um 1722
veräußerten sie den Rittersitz Ulbersdorff wieder
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.
Jedenfalls gehört zu dieser Linie, wohl als letztes Glied, die Freiin Josepha von Pestaluzzi e
Gravedona (1729-1783); denn keine andere Linie des Geschlechtes Pestalozzi hat den
Zunamen «von Grabedona» geführt. Sie heiratete am 14.September 1749 den Reichsgrafen
Cari Joseph Erdmann Henkel von Donnersmark (1688-1760) aus dem Hause Beuthen, einem
der mächtigsten Häuser Schlesiens. Ihr Mann war preußischer Oberpräsident der
Oberamtsregierung in Oppeln gewesen, aber 1745 nach Wien gezogen, wo er kaiserlicher
Kammerherr und geheimer Rat wurde. Sie empfing von der Kaiserin Maria Theresia den
Sternkreuzorden, eine Auszeichnung, die nur den Damen des höchsten Adels verliehen
wurde. Sie starb, ohne Kinder zu hinterlassen, in Wien am 23.Juli 1783
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.
Doch kehren wir
von dieser hochfeudalen Erscheinung einer Sternkreuzordensdame in unseren Stammbaum
zurück in das bescheidene Milieu des alten Zürich.
Schulmeister und Pfarrherr
Ein einziger Sohn Johann Antons des Jüngern hat nach dem Tode des Vaters den Weg in die
zürcherische Vaterstadt zurückgefunden: Hans Caspar Pestaluz (1636-1707). Er war von der
Wanderschaft als Weber zurückgekehrt und trat daher 1665 der Weberzunft zur Waag bei.
Daneben war er aber auch Schulmeister an der Deutschen Schule, also der erste Lehrer der
Zürcher Pestalozzi. Den gleichen Beruf übte auch seine erste Frau aus, Anna Reutlinger, die
«Lehrgotte in der Schmalzgrub» war. Als sie kinderlos starb, heiratete er Regula Eberhard,
die ihm vier Kinder schenkte, von denen allerdings drei jung starben. Herr «Praeceptor
Pestaluz» wohnte als Mieter im östlichen Teil des Zunfthauses zur Gerwi. Die kriegerische
Ader seines Vaters und seiner Brüder äußerte sich bei ihm in verfeinerter Weise. Er war
nämlich Mitglied der Bogenschützengesellschaft, und sein Wappen erscheint auf einer
Rundscheibe dieser Gesellschaft von 1698, die sich im Landesmuseum befindet. Caspar
Pestaluz übte den Lehrerberuf bis ins hohe Alter aus, und erst als er siebzig Jahre alt war,
wurde ihm ein Vikar gestellt und eine Alterspension ausgerichtet
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.
Sein Sohn Hans Jacob (1676-1751) erhielt eine sorgfältige Ausbildung. Das unruhige Blut des
Großvaters hatte sich, durch die Schulstube des Vaters geläutert, verflüchtigt. Er durchlief die
höheren Schulen Zürichs, studierte Theologie und wurde 1701 zum Verbi Divini Minister
ordiniert. Auch er gehörte der Zunft zur Waag an. Bei dem großen Überfluß an Pfarrern, der
damals in Zürich herrschte, trat er der zahlreichen Schar der «Expectanten» bei, der Anwärter
auf eine geistliche Stelle. Nach zwei Jahren erhielt er die bescheidene Stelle als Feldprediger
einer in Lindau liegenden Zürcher Kompagnie. Ende 1705 wurde er als Pfarrer in die
Gemeinde Grönenbach im Allgäu (Schwabenland) gewählt. Der Zürcher Rat verabfolgte ihm
das übliche Reisegeld, das Zürcher Geistliche erhielten, wenn sie in eine von der Zürcher
Kirche betreute ausländische Gemeinde abgeordnet wurden. Gleichzeitig erhielt Hans Jacob
Pestaluz die Zusicherung, daß man ihn nach zehn Jahren durch eine Promotion in die Heimat
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Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek, Nr.1 21, Brief vom 9.7.1722.
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Genealog. Zeitschrift «Adler», Wien, Bd. III, S.58. Chr. F.Jacobi, Europäisches genealog. Handbuch auf das
Jahr 1800, Leipzig 1800, Bd. II, S.228 (Art. Grafen Henkel von Donnersmark).
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Staatsarchiv Zürich, Bauprotokoll B III, 122, S.56 (26.8. 1682); Stadtgerichtsbücher BVI, 84, S.41 (14.3.1684);
Ratsmanual 694, S.16 (10.1.1707).