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Amsterdam
Conrad Pestaluz (1618-1661; Stammtafel 22), der älteste Sohn Johann Anton Pestaluz-
Schwyzers hatte sich nach seiner Lehrzeit in Genf noch längere Zeit in der Fremde
aufgehalten. Bei der Volkszählung 1637 war er im Ausland, bei jener von 1651 wieder in
Zürich. 1654 war er der Gesellschaft zur Constaffel beigetreten, der neben den Zünften
stehenden Vereinigung der Adligen, der all diejenigen Bürger zugeteilt waren, die kein
eigentliches Handwerk und keinen zunftmäßigen Beruf ausübten. Um jene Zeit (1651) hat die
Firma Johann Anton Pestaluz Erben zum erstenmal ihren Seidenexport bis nach Holland
ausgedehnt
119
. Kurz darauf reiste auch Conrad Pestaluz nach Amsterdam, um nicht wieder
nach Zürich zurückzukehren. Aus einem Brief von ihm vom Jahre 1654 ist ersichtlich, daß er
im gleichen Jahre, in dem er in Zürich der Constaffel beigetreten war, bereits in Amsterdam
festen Fuß gefaßt hatte. Am 23.Juli 1658 vermählte er sich in der Walkerkerk in Amsterdam
mit einer Holländerin aus vornehmer Familie, Gertruida van Oss aus Beemster, der Tochter
Davids van Oss und der Anna Wyntgens. Ihr Großvater war Dirk van Oss gewesen, der sich
1597 um die Trockenlegung des Beemstersees große Verdienste erworben hatte
120
. Conrad
Pestaluz wohnte in Amsterdam an der vornehmen Keizersgracht beim Westernmarkt. Auf
diesem Kanal konnten die Frachtkähne mit seiner Handelsware vor seinem Haus anlegen.
Seine Anhänglichkeit an seine frühere Heimat bewies er durch eine wertvolle Schenkung an
die Zürcher Burgerbibliothek. Es ist ein prachtvoller Atlas von China, der zu jener Zeit in der
Schweiz eine große Rarität bedeutete
121
. Nach nur vierjähriger Ehe starb Conrad Pestaluz in
Amsterdam 1661. Um der Witwe Gertruida Pestaluz-van Oss beizustehen, begab sich ihr
Schwager Hans Jacob Pestaluz-Gosswyler (1628-1672) für längere Zeit nach Amsterdam und
führte dort das verwaiste Handelshaus
122
.
Tafel 025 – Hans Conrad Pestaluz, 1660-1745, zum Brünneli
                                                
119
Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd. 79, S.435 (1651). Universitätsbibliothek Basel, G 2 I, Bl. l67b
(Kopie eines Briefes von Conrad Pestaluz, 1654).
120
Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek, Nr.1 23.
121
Zentralbibliothek Zürich, T 3.
122
Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd. 76, S.473 (25. 11. 1665).
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