Familie haben die Herausgabe des Werkes unterstützt, wofür ihnen im Namen der Familie
gedankt sei. Allen Besitzern von Bildern, die sie freundlicherweise zur Verfügung stellten,
danke ich dafür. Für die Herausgabe des Werkes gebührt dem Verlag der Neuen Zürcher
Zeitung besondere Anerkennung.
Vielleicht sollte zum Schluß die Frage gestellt werden, welches denn das verbindende
Element der zahlreichen dargestellten Personen sei, deren Geschlecht so weit zerstreut ist
und deren gemeinsame Ahnen so fern in der Vorzeit zurückliegen, daß von einer
Verwandtschaft kaum mehr gesprochen werden darf. In all diesen Menschenschicksalen und
durch all diese Zeiten haben doch hier wie überall Erfolg und Enttäuschung, Glück und
Unglück, Starke und Schwache, Gute und Böse sich abgelöst. Vielleicht darf darauf doch mit
der Feststellung geantwortet werden, daß über der Gemeinsamkeit des Namens, über dem
Symbol des gemeinsamen Wappens und über der formalen Erkenntnis der gemeinsamen
Agnatischen Abstammung doch noch eine tiefere Bindung wirksam ist. Diese tiefere
Gemeinsamkeit mag einmal darin in Erscheinung treten, daß das Geschlecht als Ganzes - im
Gegensatz zu den vielen andern, die im Lauf der Generationen ein großes Auf und Ab
erlebten - stets und unter den verschiedensten Umständen eine gehobene gesellschaftliche
Stellung beibehalten hat. Seit dem Mittelalter und unter den wechselnden sozialen Systemen
zählte die Familie zur Herrenklasse. Wenn es einmal einen sozialen Abstieg gab, sind doch
nur Vereinzelte, nie ganze Geschlechterfolgen, in die anonyme Masse oder in die
Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Ist es die von Heinrich Pestalozzi gepriesene Kraft der
seit Jahrhunderten erhaltenen, gesegneten Wohnstube, die in seinem eigenen Geschlecht
besonders segensreich lebendig war? Auch diese Stetigkeit in der Bewahrung ihres
kulturellen Standes und des persönlichen Ansehens über so große Zeiträume zeugt für die
Bedeutung der Familie. Die tiefere Gemeinsamkeit erscheint aber auch bei der Betrachtung
der Einzelnen. Keiner, von all den vielen Hunderten, hat außergewöhnlichen Reichtum
angehäuft; aber viele haben ihre Kräfte für die Gemeinschaft eingesetzt. Keiner hat die
höchsten Stufen äußeren Erfolges erklommen; wir finden weder einen Bischof noch einen
Bundesrat. Aber mancher hat beachtenswerte Leistungen auf dem Gebiet seines geistigen
Schaffens aufzuweisen. In dieser Haltung und in dieser Anstrengung, ihre Gaben für die
Umwelt nutzbar einzusetzen, sind sie würdig, den weiteren Kreis um den berühmtesten
Träger des Namens Pestalozzi zu bilden.
So darf der Verfasser diese Geschichte der Familie Pestalozzi der Öffentlichkeit mit dem
Wunsch übergeben, daß es von den Lesern als kleiner Beitrag an die Kulturgeschichte
unseres Landes aufgenommen werde und daß es unter den Trägern des Namens Pestalozzi
das Bewußtsein des gemeinsamen Herkommens und der besonderen Verpflichtung
gegenüber dieser Vergangenheit stärke.
Hans Pestalozzi-Keyser