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Battista von Salis Soglio (1635-1691). Ihr Porträt hängt heute im Rhätischen Museum in
Chur. Jungfrauw Anna Paula Pestaluza (1638-1694), ebenfalls eine Tochter der Gastgeber,
später Gattin des Bundslandammanns und Kommissars Dr. Ulrich von Buol-Strassberg
(1626 bis 1687).
Jungfrauw Hipolita Paravicino.
Jungfrauw Elisabetha Paravicino.
Die eigentliche Hochzeitsfeier fand hernach in Küsnacht am Zürichsee statt. Bei diesem
Anlaß empfand die Familie das Bedürfnis, einen Stammbaum zu erstellen, auf dem die
Verwandtschaft der einzelnen Zweige des Geschlechtes Pestalozzi nachgewiesen wurde. Er
zeigt am Fuß die beiden Wappen des Ehepaares, das einfache Stammwappen der Zürcher
und das gespaltene der Wiener und Churer Pestalozzi. Der Stammbaum hat sich bei der
Überprüfung an Hand des Urkundenmaterials als recht zuverlässig erwiesen. Sein Verfasser
hat der Tendenz jenes Zeitalters, die jeder Adelsfamilie eine möglichst fürstliche Herkunft
zudichtete, widerstanden. Das Werk ist daher um so wertvoller. Es befindet sich im Zürcher
Familienarchiv.
Das junge Paar, Rudolf und Anna Felicitas Pestaluz, wohnte zuerst an der Kirchgasse,
nachher im Hause zum Apfelbaum an der Torgasse (Nr.4). Die Schwiegermutter, Frau Rosina
von Pestaluzzi geb. Foresti, wohnte eine Zeitlang bei ihnen, zog dann zu ihrer anderen
Tochter, Anna Felicitas von Rosenroll, nach Thusis, wo sie 1674 starb. Zeitweise hielt sich
auch die Familie Rudolf Pestalozzis in Chur auf, wo 1661 seine Tochter Aemilia Claudia
getauft wurde.
Nach dem Tode seines Vaters (1677) übernahm Rudolf Pestaluz das Haus zum Brünneli, das
erstmals seit 1685 so genannt wird. Er betrieb das Seidengeschäft weiter. Durch seine
italienischen Beziehungen war er auch Verkaufskommissionär für comaskische Firmen. Vom
Kaufmännischen Direktorium wurde er 1690 einstimmig zum Sensal, d. h. zum offiziellen
Vermittler von Waren- und Bankgeschäften gewählt
132
.
Als Rudolf Pestaluz 1700 starb, lebten von seinen neun Kindern nur noch drei. Fünf waren im
ersten Lebensjahr gestorben.
Auf den Sohn Stefan Caesar (1663-1691) hatten die Eltern die größten Hoffnungen gesetzt, da
er sich durch seine «Leibesschönheit und Gemütseigenschaften» auszeichnete. Mit siebzehn
Jahren kam er «per Tausch» - Er blieb elf Jahre in dieser Stadt und starb dort erst
achtundzwanzigjährig
133
.
Auch der zweite Sohn, Hans Heinrich (1668-1719), blieb unvermählt. Er wohnte bei seinen
Eltern im «Brünneli». Auch ihm wurde das Amt des Sensals der Zürcher Kaufmannschaft
übertragen, das schon sein Vater bekleidet hatte. Als solcher mußte er sich 1706 gegen
Übergriffe der französischen Refugianten L‘Antelme, frères Tolosans und Rigaud zur Wehr
setzen
134
. Diese um ihrer reformierten Glaubenstreue willen aus Frankreich vertriebenen und
in Zürich aufgenommenen Kaufleute konnten sich nur schwer mit den hiesigen Reglementen
                                                
132
Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd. 82, S.676 (2.4.1677); Stadtgerichtsbücher B VI, 89, S. 162
(28.12.1689).
133
Hausbüchlein im Familienarchiv Zürich. Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 649, S. 103 (28.10.1695). Ebenda,
Akten des Kaufmänn.Direktoriums (18.2.1690, 20.1.1711, 17.8.1714).
134
Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 691, S.77 (22.2.1706).
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