Der jüngste Sohn, Hans Jakob (1666 1742/3), war, nachdem er 1681 das Herbstexamen an der
Schola Tigurina bestanden hatte, in Lyon mit zwei Brüdern zusammen weiter ausgebildet
worden. Zurückgekehrt, ließ er sich in die Zunft zur Meisen aufnehmen. Er wohnte im Haus
zum Granatapfel am Rennweg (heute Nr.51). Von seiner Gattin Anna Holzhalb hatte er zwei
Söhne, die aber jung starben, der eine im ersten Lebensjahr, der andere, Leutnant Hans Jakob
Pestaluz, im Alter von zwanzig Jahren.
Tafel 032 Johann Conrad Pestaluz-Hirzel zum Brünneli, 1745-1838.
Im «Weißen Turm» blieben die beiden ältesten Söhne, Hans Heinrich und Hans Rudolf.
Hans Heinrich Pestaluz zum Weißen Turm (1649-1701) wurde 1677 Zünfter zur Saffran. Sein
Wappen figuriert auf der Scheibe von 1685. Als angesehener Kaufmann und Seidenhändler
wurde er Mitglied des Kaufmännischen Direktoriums. Er blieb in dieser Behörde bis 1694.
Seine erste Frau, Regula Werdmüller, war die Schwester des Generalmajors Hans Felix
Werdmüller (1658-1725), der die Herrschaft Elgg zum Fideikommiß stiftete. Sie starb nach
kaum zweijähriger Ehe an der Geburt ihres ersten Kindes. In zweiter Ehe heiratete Hans
Heinrich Pestaluz 1682 Ursula Holzhalb, die Tochter des Amtmanns zu Rüti, Dietegen
Holzhalb, der Oberst und Kommandant der Zürcher Truppen in Mülhausen gewesen war.
Bei der am 7.Februar 1682 in Dürnten abgehaltenen Hochzeitsfeier trug ein Freund eines der
damals üblichen und beliebten Hochzeitsgedichte vor:
«Will dann, Herr Bräutigam, das Handeln mit den Seiden,
Das doch so wohl bereicht, Euch fürohin verleiden,
Daß ihr euch jetztund laßt wol angelegen sein
Holz, ja nur halbes Holz, mit lust zu kauffen ein?»
Die Kinder dieses Ehepaares blieben nicht im «Weißen Turm». Der älteste Sohn, Hans
Conrad (1683-1748), mußte wegen geistiger Störungen versorgt werden. Der zweite Sohn