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Nach seinem Tode blieb das Haus zum Brünneli im gemeinsamen Besitz seiner drei Söhne,
Johann Conrad (1745-1838), Ratsherr Johann Jakob (1749-1831), der in der «Froschau»
wohnte, und Hans Rudolf (1752-1787), Stammvater der Linie im «Wolkenstein».
Erst im Jahre 1780 übernahm der älteste Sohn, Johann Conrad Pestaluz-Hirzel (1745-1838), das
Haus. Er war nunmehr der Chef des Hauses «Hans Conrad Pestalozzi und Söhne», das als
Geschäftsgebiet den Engroshandel in Rohseide und Trame und die Florettspinnerei
bezeichnete.
Ein junger Zürcher Theologe, Hans Rudolf Schinz, war 1771 auf einer Reise nach Bergamo
gekommen. Von ihm besitzen wir eine Beschreibung der Zürcher Handelshäuser, die er in
einem Brief an seinen Schwager J.J. Hess, den nachmaligen Antistes, aufgezeichnet hat. Da
dem jungen Theologen eigentliche Beziehungen zu den Zürchern in Bergamo fehlten, stieg er
im Wirtshaus ab, machte aber sofort den Versuch, mit den Landsleuten in Berührung zu
kommen. Er schrieb ein Billett, in dem er um das Zugeständnis eines Besuches bat und ließ
dasselbe «halt......in das Pestaluzische Haus tragen, weil es von Zürcher Häuseren das einzige
war, so ich erfragen konnte. Zu allem Glück» wurde das Zettelchen gut aufgenommen, und
einer der Herren Pestalozzi bemühte sich alsogleich zu Schinz ins Wirtshaus, um ihm seine
Dienste anzubieten. Schinz fand durch diesen Mittelsmann, der Schüler und Freund des
sogenannten Kammerers Hans Konrad Füssli und ebenso des Chorherrn Johann Jakob
Breitinger war, in der Folge bei der ganzen reformierten Schweizerkolonie Eingang. Hievon
berichtete er nach Zürich am ersten Abend, da er zum Schreiben Muße fand und einige freie
Stunden bekam, weil seine «Landsleute in hier mit der post alle beschäftiget» waren. Seinen
Einblick in die geschäftlichen und familiären Verhältnisse der Zürcher Häuser in Bergamo
schildert Rudolf Schinz Samstag, den 4.Mai 1771, folgendermaßen:
«Ich habe indessen diese acht Tage sehr angenehm zugebracht und vieles gesehen, denn
Pestaluz war mir fast immer zur Gesellschaft. Mit ihm gabe ich fast allen hiesigen
Reformirten Besuch, deren Anzahl sich auf 40 Personen belauft, alles Zürcher oder
Pündtner, auch ein Bernbietler. Diese sind Conrad Pestalozza und Söhn, welche ein
weitläufiges schönes Haus mit aller Bequemlichkeit bewohnen; da ist obengemelter
Pestaloz und dann ein Vetter von ihm, Hans Rud. Pestalozzi Brunnenhof (1744-1789), ein
Schreiber, gebürtig von Albisrieden, und ein anderer von Chur, item eine reformierte
Haushälterin von Cleven.
Peslaloz und Compagnie,
welche das Zieglersche Haus
ausmachen.»
Von weiteren Zürchern erwähnt er ferner Römer, Gebrüder Orell, Georg Orell, Thomann und
Steiner. Er fügt noch bei:
«Mit den jetztgenannten habe ich Bekanntschaft gemacht und von ihnen viel Gutes und
viele Freundschaft empfangen. Die meisten haben schöne Häuser und kostbare Meubles.
Das Zieglerische hat einen Garten. Alle aber sind nur gemietet und nicht eigen, weil es
ihnen solchergestalt vorteilhafter ist.
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»
Die beiden Pestalozzi, mit denen Schinz zusammenkam, waren somit Hans Rudolf (1744 bis
1789) aus dem «Brunnenhof» und als Leiter des Hauses Johann Conrad Pestaluz (1745-1838)
aus dem «Brünneli».
Im Militärdienst war Johann Conrad Pestaluz 1783 zum Hauptmann im Höngger Quartier
                                                
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Diethelm Fretz, Zürcher Seidenherren in Bergamo, in Neue Zürcher Zeitung, 1938, Nr. 1167f.
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