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    Volvo 1800 ES
    1971

 

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Prototypes

 

P 1800 S (Swedespeed)

 The 1800 ES had a short production career (1971 to 1973), but its original shape quickly made a classic out of it.
 

Nach fast 10 Baujahren wurde 1972 die Produktion des P1800 eingestellt.  Den P 1800 ES , der wegen seinen grossen Glasflächen den Übernamen "Schneewittchensarg" trug, baute Volvo von 1971 bis 1973.
 

Con questa variante , prodotta solo durante 3 anni, Volvo conferì un aspetto innovativo al coupé P 1800 costruito dal 1963 al 1972.


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Slidesho photos copyright Helmut Schnug

Volvo 1800ES Register (NL), Swedespeed, Schweizer Volvo-Sport Club, Volvo/Frua Prototypes


© dpa - Meldung vom 01.06.2004 Göteborg - Sie nennen es Facelift: Die Auto-Designer nehmen sich ein leicht angegrautes Modell vor, um es mit möglichst einfachen Mitteln etwas aufzupeppen. Die erhoffte Folge ist, dass manche Autokäufer meinen, der Wagen sehe doch nicht so alt aus.

Wenig später erscheint dann ein Nachfolgemodell, und die ganze Sache ist vergessen. Auch in Schweden hatte man Ende der sechziger Jahre einen entsprechenden Plan - und war wohl reichlich verwundert, welche Folgen die Aktion hatte. Denn die Auffrischungsaktion bei Volvo schuf einen Klassiker, der seine Basis tief in den Schatten stellt: den P1800 ES, auch Schneewittchensarg genannt.

Bekannt ist und war Volvo vor allem für recht trutzige und solide Limousinen. Aber dann und wann gönnten sich die Schweden auch einen Hauch von Sportlichkeit. Ende der sechziger Jahre hieß das entsprechende Auto im Programm P1800 - und hatte seine besten Zeiten längst hinter sich. Vor allem optisch war der Zweitürer nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Am Heck prangten Andeutungen von Heckflossen und erinnerten an eine Blechmode, die schon längst das Zeitliche gesegnet hatte. Vorne sah der Wagen ähnlich überholt aus: Während alle Welt auf modische rechteckige Scheinwerfer setzte, hatte der p1800 runde Leuchten samt Chromrand.

Nun war das alles eigentlich kein Wunder - immerhin gab es das Volvo-Coupé schon einige Jahre. Prototypen kamen bereits 1957 ans Licht, das erste Serienmodell des P1800 rollte dann 1961 vom Band. Eine Zeit lang genoss der Volvo sogar eine gewisse Prominenz, kreuzte doch Schauspieler Roger Moore in seiner Rolle als Simon Templar mit dem Wagen über die Bildschirme - was allerdings eher ein Zufall war. Eigentlich sollte er die Kriminellen in einem schicken Jaguar E-Type jagen. Die Legende besagt, dass Jaguar von der Produktionsfirma den vollen Preis für ein solches Auto verlangte, weswegen diese wiederum auf die schwedische Alternative zurückgriff.

Im Laufe der Zeit verblasste dann nicht nur der Leinwandruhm, auch die Form sah irgendwie immer blasser aus. Man retuschierte hier, retuschierte da - aber so richtig half das nicht. Natürlich gab es die Möglichkeit, den Alten aus dem Programm zu werfen und ein komplett neues Modell zu präsentieren. Nur war diese Alternative nach einem Blick in die Firmenkasse nicht wirklich eine.

Also kamen die Firmenbosse auf eine andere Idee. Chefdesigner Jan Wilsgaard sollte das Coupé noch einmal auf Vordermann bringen. Das Ziel war es, mit möglichst wenig Aufwand einen möglichst großen Effekt zu erreichen. Für Wilsgaard war die Arbeit mit der bekannten Coupé-Form nicht wirklich etwas Neues.

Laut der in Mainz erscheinenden Zeitschrift «Oldtimer-Markt» hatte er immer mal wieder an neuen Ideen für das Auto gefeilt, sie auf Skizzenblöcke gezeichnet oder aus Plastilin zu Modellen geformt. Es soll eine Art Targa-Version mit herausnehmbaren Dachhälften gegeben haben oder ein Coupé, das ohne die überholten Heckflossen auskam und um einiges moderner wirkte.

Dieses Mal jedoch schlug Wilsgaard einen anderen Weg ein: Man hatte sich für eine Art sportlichen Kombi entschieden, und der Designer verarbeitete seine Ideen zu zwei Studien, die unter den Namen Beach Car und Rocket bekannt wurden. Wie die Namen, so unterschieden sich auch die Ergebnisse merklich: Rocket, das war der Extrementwurf. Zwar blieb auch hier die Frontpartie des Coupés erhalten. Das Heck erinnerte jedoch nicht mehr im Entferntesten an die Wurzeln des Wagens. Die barocken Formen des Coupés wurden ersetzt durch eher glatte Blechflächen und eine nahezu steil stehende Glas-Heckklappe. Den Volvo-Chefs war das dann doch zu viel des Modernen - die Schweden-Rakete blieb ein Einzelstück.

Besser anfreunden konnten sich die Herren mit dem Konzept des Beach Car. Diese Studie war optisch schon sehr nahe an dem, was dann einige Jahre später auf den Markt kam. Denn obwohl das Beach Car bereits 1968 auf den Rädern stand, sollte es noch drei Jahre dauern, bis das Lifting des Coupés zu einem Serienmodell wurde.

Im August 1971 konnte die Welt sehen, dass Wilsgaard ganze Arbeit geleistet hatte: Mit wenigen Kunstgriffen war etwas entstanden, das dem alten Coupé neuen Schwung gab. Was den P1800 ES so besonders machte, war vor allem Glas - viel Glas. Nicht nur, dass die großen Seitenscheiben unter dem lang gezogenen Dach für bessere Sicht nach allen Seiten sorgten, das eigentliche Wahrzeichen des ES ist die komplett aus Glas gefertigte Heckklappe.

Alles in allem wurde die bislang eher betuliche Form derart aufgefrischt, dass der Volvo als echter Blickfang galt. Nicht jeder fand ihn wirklich schön, aber jeder guckte hin - und das, obwohl die Idee des sportlichen Kombis so neu nun auch nicht war. Immerhin hatte der britische Sportwagenhersteller MG seinem B-Roadster ebenfalls ein Dach samt Heckklappe verpasst und das Ergebnis MG-B GT genannt.

Wie auch immer - der P1800 ES hatte das gewisse Etwas. Und er hatte bald auch einen Spitznamen, der heute bekannter als die Werksbezeichnung ist. Irgendein fantasievoller Geist fühlte sich von dem rollenden Glashaus an einen Schneewittchensarg erinnert. Dabei blieb es - und überraschenderweise hat der Begriff Sarg bei diesem Auto niemals für ein schlechtes Image gesorgt.

Ganz allein wollte Volvo dem Neuen das sportliche Feld vorerst aber noch nicht überlassen. Daher lief die bekannte Version des Coupés weiter vom Band. Schließlich hatte das nunmehr 1800 E genannte Auto erst kurz zuvor einen Einspritzmotor bekommen. Der trieb natürlich auch den ES an, er teilte ja die Basis. Das 2,0-Liter-Triebwerk leistete 91 kW/124 PS und trieb den Sportkombi auf bis zu 185 Stundenkilometer, was seinerzeit kein schlechter Wert war. Eine Beschleunigung in 10,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 machte sich ebenfalls nicht nur im Auto-Quartett gut.

Auch bei den Kunden kam der Schneewittchensarg gut an. Trotzdem blieb das Auto nur eine Episode. Nachdem die Coupé-Version des 1800 eingestellt war, lief 1973 nur noch der ES vom Band - bis am 27. Juni jenes Jahres nach 8077 Exemplaren auch für ihn das Ende gekommen war. Bis heute allerdings ist der Schneewittchensarg unvergessen und wohl einer der bekanntesten Volvos überhaupt. Verbliebene Exemplare im Bestzustand werden wegen der einzigartigen Form und auch wegen ihrer Seltenheit zu Preisen weit oberhalb der 30 000-Euro-Marke gehandelt.

© dpa - Meldung vom 01.06.2004 10:32 Uhr